Autofahren mit Diabetes: Risiken und Tipps
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Autofahren mit Diabetes


Wichtige Informationen für Fahrtauglichkeit bei Diabetes

Neue Richtlinie zur Fahrtauglichkeit bei Diabetes – Gut eingestellte Patienten können Auto, Lkw oder Bus sicher steuern

Gut eingestellte und geschulte Patienten mit Diabetes können Pkws, aber auch Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen oder Personentransportfahrzeuge sicher lenken. Zu dieser Aussage kommt die Bundesanstalt für Straßenwesen in ihrer neuen Begutachtungsleitlinie, die soeben erschienen ist. Voraussetzung für die Fahreignung ist eine zuverlässige, rechtzeitige Wahrnehmung von Unterzuckerungen sowie eine stabile Stoffwechsellage. Erleidet eine Person innerhalb eines Jahres mehr als ein Mal eine so schwere Unterzuckerung, dass fremde Hilfe erforderlich ist, darf sie zunächst nicht mehr fahren. „Die neue Regelung ist ebenso vernünftig wie praxisnah und daher zu begrüßen“, sagt Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).



Aktualisierte Begutachtungsleitlinien der Bundesanstalt für Straßenwesen

Die Begutachtungsleitlinien der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) definieren Vorgaben für zahlreiche Krankheiten, die ärztliche Gutachter berücksichtigen müssen, wenn sie die Fahreignung der Betroffenen bewerten sollen. Die Leitlinien werden fortlaufend aktualisiert und sind zuletzt am 1. Mai in neuer Fassung erschienen. Gemeinsam mit dem Ausschuss Soziales der DDG, wurden die Kriterien für Diabetes komplett überarbeitet“. So konnte sichergestellt werden, dass sowohl die diabetologisch-fachliche Erfahrung wie auch die Interessen der Betroffenen hinreichend berücksichtigt sind, erklärte der Diabetologe und Verkehrsmediziner Dr. Matthias Riedl.



Unterscheidung zwischen Therapien mit niedrigem und mit hohem Risiko für eine Unterzuckerung

Grundsätzlich unterscheidet die Richtlinie zwischen Therapien mit einem niedrigen und Therapien mit einem hohem Risiko für schwere Unterzuckerungen. Zu den Therapieformen mit niedrigem Hypoglykämierisiko zählen Ernährungsumstellung und Bewegung, Biguanide, Resorptionshemmer, Insulinsensitizer, DPP-4-Hemmer und GLP 1 Analoga. Bei der Behandlung eines höheren Hypoglykämierisikos, kommen Sulfonylharnstoffe, ihre Analoga und Insulin, zum Einsatz.



Kontrollieren Sie den Blutzuckerspiegel vor Fahrtantritt

Für Diabetespatienten, die einem niedrigen Hypoglykämierisiko unterliegen und ein Fahrzeug der Klasse 1 fahren möchten, gilt: Sofern ihr Stoffwechsel stabil ist und keine Folgeschäden vorliegen, können sie ohne Einschränkung Auto oder Motorrad fahren. „Im Fall einer Therapie mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen ist Pkw- oder Motorradfahren nach medikamentöser Einstellung durch den Arzt und einer Schulung möglich“, so Dr. Riedl. Darüber hinaus wird empfohlen, den Blutzuckerspiegel vor Fahrtantritt zu kontrollieren.



Strengere Regeln für das Steuern von Fahrzeugen der Klasse 2: Lkws, Taxis oder Omnibusse

Für das Steuern von Fahrzeugen der Klasse 2 – etwa Lkws, Taxis oder Omnibusse – gelten strengere Anforderungen. Zunächst muss der Patient nachweisen, dass er seinen Stoffwechsel in den zurückliegenden drei Monaten stabil halten konnte. „Behandelt er seine Erkrankung mit Diät oder Bewegung, sollte er sich auch durch einen Facharzt für Innere Medizin oder Diabetologen begutachten lassen“, erläutert Dr.Riedl. Nimmt der Betroffene Medikamente mit niedrigem Hypoglykämierisiko ein, sind regelmäßige ärztliche Kontrollen sowie eine Nachbegutachtung durch einen Facharzt für Innere Medizin oder Diabetologen vorgeschrieben.



Fachärztliche Begutachtung alle drei Jahre

Im Fall einer Therapie mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin sehen die Richtlinien neben ärztlichen Kontrollen eine fachärztliche Begutachtung alle drei Jahre vor. Dabei ist auch die Fahrzeugnutzung zu berücksichtigen. Termindruck, Arbeitszeiten oder etwa das Fahren nur auf dem Betriebsgelände beeinflussen das Gefährdungspotenzial. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zur vorherigen Richtlinie: Sie stufte insulinpflichtige Diabetespatienten „als in der Regel nicht in der Lage“ ein, den Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen der Gruppe 2 gerecht zu werden – Ausnahmen erforderten ein ausführliches Gutachten.



Auch Folgeschäden des Diabetes können die Fahreignung einschränken

Neben Hypoglykämien gehören auch Folgeschäden des Diabetes zu den Faktoren, die eine Fahreignung einschränken können. „Erkrankungen der Augen, Nieren, Nerven oder Gefäße erfordern ein gesondertes verkehrsmedizinisches Gutachten“, betont Dr. Riedl. Bei einer Netzhauterkrankung, einer Retinopathie, muss das Sehvermögen regelmäßig überprüft werden. Kann ein Patient aufgrund von Stoffwechselstörungen oder Hypoglykämien zunächst nicht mehr fahren, lässt sich die Fahreignung durch Training oder Therapieänderungen wieder herstellen.

Das medicum Hamburg verfügt über mehrere verkehrsmedizinische Gutachter, die fachdiabetologische Gutachten für die Beantragung und Verlängerung von Führerscheinen erstellen.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin unter 040 – 80 79 79 0


Ihre ärztlichen Ansprechpartner sind:


Dr. Matthias Riedl

Dr. Markus Salomon

Dr. Monika Mulert

Dr. Sandra Valentin

Dr. Claudia Huppertz (medicum Farmsen)